Projekt OpenDoors - Lift am Bahnhof Schaffhausen

Swiss Transit Lab öffnet Türen für Mobilitätsbeeinträchtigte

Neue Technologien schaffen die Voraussetzung, dass Menschen mit Beeinträchtigungen selbständig im ÖV unterwegs sein können. Das Swiss Transit Lab ermöglicht durch die Vernetzung der Busse der Verkehrsbetriebe Schaffhausen mit dem Lift im Regionalbuszentrum am Bahnhof Schaffhausen die vereinfachte Lift-Nutzung und den nahtlosen Umstieg auf die Bahn. Erreicht wurde dies durch die Anbindung mit IoT und intelligentem Datenmanagement.

Swiss Transit Lab Icon Mobiltät

Mobilität

20.12.2021

Die Zielsetzung des Projekts

Das Swiss Transit Lab hatte sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit der öffentlichen Hand und Industriebetrieben innerhalb des Projektes «Intermodale Mobilität am Rheinfall» aufzuzeigen, wie durch eine smarte Kundenlenkung ein Mobilitätsangebot smart mit einem Personenlift (Smart Building) vernetzt werden kann. Die Absicht des Projektes war es, den Passagieren ein optimiertes, aufeinander abgestimmtes intermodales Fahrerlebnis zu ermöglichen. Wir wollten Überlegungen anstellen, wie intermodal auch Personenlifte künftig sichtbar und in die Mobilitätsüberlegungen eingebaut werden können.

Die Ursprungsidee zur Umsetzung unseres Projektes sah vor, am Rheinfall einen von Touristen genutzten Personenlift mit unserem selbstfahrenden Bus zu verbinden und eine smarte Lösung zu erarbeiten.

VBSH Ausstieg Rampe

Herausforderungen und Standortwechsel

Die Pandemiesituation in der Schweiz ab Frühjahr 2020 stellte nicht nur für den gesamten ÖV eine grosse Herausforderung dar. Praktisch alle Versuchsbetriebe mit selbstfahrenden Fahrzeugen wurden vorübergehend eingestellt. Zudem brachen die Touristenzahlen am Rheinfall massiv ein. Ausländische Gäste kamen kaum mehr an den Rheinfall, womit eine wichtige Zielgruppe für den Versuchsbetrieb wegfiel. Auch dies war mit ein Grund, den Betrieb der Linie 12 im Frühling 2020 nicht mehr neu zu starten.

Das Swiss Transit Lab hat zusammen mit den Verkehrsbetrieben Schaffhausen daher eine Auslegeordnung gemacht. Nach eingehender Prüfung der diversen Herausforderungen und der besonderen Lage hat man sich entschlossen, die Zeit zu nutzen, um eine nachhaltige Alternative für das Projekt zu finden.

Projekt OpenDoors Schema

Konkreter Nutzen durch das Internet der Dinge

«Open Doors» vernetzt die Busse der Verkehrsbetriebe Schaffhausen mit dem Lift am Regionalbuszentrum (einziger Lift in die Bahnhofunterführung). Dadurch wird das Umsteigen vom Bus auf die Bahn für Menschen im Rollstuhl oder mit einer Mobilitätseinschränkung erleichtert.

Zahlreiche neue Technologien erleichtern unseren heutigen Alltag. Im Bereich der Mikromobilität stehen uns Mieträder oder E-Scooter zur Verfügung, das ÖV-Ticket kaufen wir via Smartphone mit einem Klick. Für Menschen mit einer Beeinträchtigung ist der Zugang zur alltäglichen Mobilität meist schwierig. Digitale Lösungen schaffen die Voraussetzung, dass beispielsweise Menschen im Rollstuhl selbständig im ÖV unterwegs sein können.

Projekt OpenDoors Schema

Mit seinem neuen Projekt «Open Doors» ist das Swiss Transit Lab nun noch einen Schritt weiter gegangen und verknüpft Teile der Mobilitätskette intelligent miteinander. Die Busse der Verkehrsbetriebe Schaffhausen werden dabei «Open Doors» mit dem Lift im Regionalbuszentrum vernetzt. Bereits heute sind die Busse der vbsh am Rollstuhlplatz mit separaten Haltewunschtasten für Personen im Rollstuhl ausgerüstet. Über diese wird nicht nur der Haltewunsch für die nächste Haltestelle signalisiert, sondern auch dem Fahrdienstmitarbeiter angezeigt, dass Hilfe beim Ein- oder Aussteigen (z.B. Rollstuhlrampe) benötigt wird.

Neu ist nun, dass bei Betätigung des Tasters nach Verlassen der letzten Haltestelle vor dem Bahnhof das Signal via Leitstelle der vbsh registriert wird. Von dort wird es an eine eigens entwickelte Software der Batix Schweiz AG übermittelt. Diese Software ist in der Lage, mittels einer ebenfalls spezifisch entwickelten und vor Ort am Lift eingebauten Übermittlungseinheit der Weidmüller Schweiz AG, den Lift zu steuern. Für den Fahrgast im Rollstuhl bedeutet dies: Der Haltewunschtaster am Rollstuhlplatz wird vor Einfahrt zum Bahnhof aktiviert. Das Signal wird an den Lift am Regionalbuszentrum weitergeleitet. Der Lift wird zeitverzögert (Zeit, die eine Person durchschnittlich benötigt, um vom Bus zum Lift zu gelangen) auf die obere Ebene bestellt. Die Person im Rollstuhl kann nahtlos und ohne Zeitverlust den Lift benützen und auf die Bahn umsteigen.

Die Entwicklungsschritte

April 2019

Projektlancierung

Das Swiss Transit Lab wird für die Idee eines lückenlosen und energiefreundlichen Mobilitätskonzepts vom Bahnhof Schaffhausen bis an den Rheinfall in Neuhausen mit dem Smart City Innovation Award ausgezeichnet

Swiss Transit Lab Icon Calendar
2019/2020

Projektstart

Die Vorbereitung zur technischen Realisierung wurden gestartet. Die ersten Arbeiten im Projekt waren geprägt von technischen Abklärungen zwischen unseren Industriepartnern. Aufgrund der Pandemiesituation in der Schweiz ab Frühjahr 2020 wird die Umsetzung on Hold gesetzt.

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1. Hälfte 2021

Neustart und Partnerevaluation

Ausgehend von der geänderten Projektzielsetzung und Lokation am Bahnhof Schaffhausen wurden die Umsetzung des Projekts vorbereitet.

Swiss Transit Lab Icon Know-How
2. Hälfte 2021

Umsetzung

Von September bis Ende November wurde die Lösung realisiert. Dies beinhaltete die Installation der IoT Installation, der Entwicklung der Softwarelösung und Schnittstellen.

Swiss Transit Lab Icon Magic Pen
Dezember 2021

Inbetriebnahme

Die Gesamtlösung wird erfolgreich in Betrieb genommen und wird seitdem rege genutzt. Monatlich können durchschnittlich 100 Personen von dem System profitieren.

Swiss Transit Lab Icon Content

Die Projektpartner und Sponsoren

Dank unserer Partner können wir unsere Vision einer zukunftsorientierten Mobilität verwirklichen. Sie sind das Fundament unseres Know-Hows und unseres Erfolges. Das Projekt "OpenDoors" wurde dank der Unterstützung der folgenden Projektpartner und Sponsoren realisiert.